Cafe Palestine Freiburg e.V. ist ein politisch- kulturelles Forum, das über die Situation im Nahen Osten berichten, persönliche Schicksale vorstellen und namhafte Referenten zum Thema einladen möchte. Die kulturelle Vielfalt Palästinas soll durch kleine Konzerte, palästinensische Folklore, Literatur und Kunst gezeigt werden.

Samstag, 17. Juli 2010

Warum Cafe Palestine Freiburg e.V.

Was bewegt mich? Was sind meine Fragen? Lebe ich meine Fragen? Eine Generation junger Menschen ist auf der Suche nach Identität. Das Medienzeitalter lässt wenig Zeit und Raum Fragen zu stellen. Gleichzeitig werden laufend Antworten auf Fragen gegeben, die nicht gestellt werden. 

Ein Publikum wird oftmals durch Medien generiert und dazu angehalten an einer Gesellschaft teilzuhaben, die sich durch materiellen und geistigen Konsum auszeichnet. Ein junger Mensch, der seine Identität bildet, muss und will sich seiner selbst bewusst werden, denn Bewusstsein ist die Grundlage für Identität. 

Ich möchte Freiräume schaffen in denen solche Fragen entwickelt und gestellt werden können. Der im Identitätsprozess befindliche junge Mensch kann und soll im besonderen durch kulturelle Angebote angesprochen und gefördert werden. Durch Begegnung, Erlebnis, Kunst und interkulturelle Arbeit begibt er sich auf einen Weg, auf dem er sich den Antworten seiner dringenden Fragen nähern kann
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Innerhalb meiner Arbeit habe ich mich der extremen Realität des Nahen Ostens für mehr als drei Jahre ausgesetzt. Ich habe in einem Flüchtlingscamp im Libanon, in Jordanien, sowie unter israelischer Besatzung in den palästinensischen Gebieten gelebt und gearbeitet. 

Seit einem Jahr lebe ich wieder in Deutschland und freue mich über die Zusammenarbeit mit Dr. Gabriele Weber. Mit der Konzeption und Durchführung des Cafe Palestine debütierten wir in der lokalen Kultur Szene Freiburgs .

Das Cafe Palestine ist als soziokulturelles  Graswurzelprojekt das erste seiner Art in Freiburg und verbindet Kultur, Kunst und Politik, um politisches Bewusstsein zu schaffen. Bewusst wählten wir als Veranstaltungsorte Cafes, da dort Leben, Begegnung und Kommunikation alltäglich stattfinden. 

In dieser Atmosphäre können Information, Kultur, Kunst, Politik und persönliche Schicksale rund um das Thema Palästina zu einem lebendigen Gespräch anregen, im Zusammenhang mit dem alltäglichen Leben des Freiburger Publikums steht und eben nicht von diesem losgelöst ist.


Das Cafe Palestine hat den Anspruch dem Besucher als politischen und kulturellen Menschen einen Freiraum zu bieten. Durch Vorträge, Erlebnisberichte und  Diskussionen kommt Austausch über einen Konflikt zustande, der die Menschen seit langem bewegt und dessen Wurzeln mit Deutschlands Geschichte tief verwoben sind.




Als Fotografin bin ich eine politisch engagierte Künstlerin. Ich fotografiere, um Diskrepanz zu schaffen, die den Betrachter dazu anregen Fragen zu stellen. 
Als Pädagogin sehe ich mich als Multiplikatorin im interkulturellen Kontext, indem ich in Katastrophen- und Kriegsgebieten mein Know-how anwende und weitergebe. Die direkte Arbeit vor Ort ermöglicht es mir, die Grundbedingungen unserer Kultur zu erleben: Sicherheit, Nahrung und Begegnung.

Der Prozess der Wiedererschaffung dieser Grundbedingungen innerhalb der unheimlichen Stille nach der Bombardierung, nach dem Erdbeben, wird zu einem künstlerischen Prozess, der die Notwendigkeit nach Kultur beweist. Als Projektinitiatorin und -managerin erfülle ich Aufgaben einer Mediatorin im jeweiligen soziokulturellen Umfeld, sei es im Nahen Osten oder in Europa. Der Mensch bildet seine Identität in der Begegnung mit seinem Gegenüber, seine Kulturidentität bildet er, wenn er Brücken zu anderen Kulturen baut und sich selbst im Spiegel des anderen sieht.


Annie Sauerland



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